Das Grauen von Dünaburg
Als wir in Daugavpils (Dünaburg) vorbeigefahren sind, viel uns sofort der riesige Friedhofskomplex an der Straße auf. Dies wollten wir uns genauer anschauen. Links befand sich ein Eingang mit roten Sternen am Tor und rechts ein weiterer Eingang, der in einen anderen Bereich führte. Auf dem riesigen russischen Areal waren viele gepflegte Soldatengräber zu sehen, weiter hinten sahen wir weitere Gräber, die wohl zu ehemaligen russischen Einheimischen gehörten. Schon dieser Anblick war für uns sehr traurig. Wieviel russische Soldaten mögen hier wohl beerdigt sein?




Deutscher Soldatenfriedhof in Daugavpils

Aber als wir zum anderen Eingang gingen und am Tor schon das weitläufige Gelände mit Stelen und Kreuzen sahen, wurde uns bewußt, dass ihr gefallenen deutschen Soldaten gedenkt wird. Da auch aus unserer Familie ein Soldat in Dünaburg sein Leben ließ, lasen wir diese vielen Namen die auf den Stelen vorhanden waren. Man muß wissen, dass in Dünaburg der 2. Weltkrieg besonders tobte. Wir möchten der deutschen Kriegsgräberfürsorge danken, dass sie sich diese Mühe machen und einen würdigen Gedenkplatz für die Gefallen erstellt haben. Die Gebeine wurden von mehreren Stellen an diesen Ort umgebettet.


Die Toten mahnen
Anscheinend ist die Arbeit noch nicht beendet. Weitere Gebeine sollen an diesen Ort kommen. Es war für uns das pure Grauen, diese vielen Namen auf den Stelen zu lesen, meist Soldaten, die sehr jung ihr Leben ließen. Wir fragten uns für was? Was hat das Ganze außer Leid und Pein hervorgerufen? Nur dass ein paar wenige Leute ihr Machtgelüste und Geldgier frönen können, müssen viele Menschen sterben? Nachdem wir alle Stelen fotografiert hatten verließen wir diesen Ort, der bei uns noch sehr lange nachhallen wird.

