Marienburg, die größte Ordensburg
Die Marienburg ist die größte Ordensburg der Welt und befindet sich in der gleichnamigen Stadt in Polen. Die damals pommerische Stadt Marienburg heißt heute auf Polnisch Malbrok. Erbaut wurde die Backsteinburg im 13. Jahrhundert durch den Deutschen Orden. Hier hatte der Orden auch seinen Sitz. Im 18. Jahrhundert war die Burg verfallen. Kaiser Wilhelm II. ließ die Burg von 1882 bis 1918 wieder herstellen. Jährlich besuchen diese Burg viele Touristen und sie ist in Polen eine bedeutende Sehenswürdigkeit.

Als wir mit unserem Kasten in der Stadt an einem Freitag ankamen, war eine Menge los. Viel Verkehr und viele Wohnmobile befanden sich in der Stadt. Wir hatten Glück, denn genau an diesem Wochenende fand in Malbrok ein großes mittelalterlichen Fest statt. Auf dem großen eingerichteten Parkplatz konnten wir gerade noch einen Stellplatz ergattern. Auf dem Stellplatz herrschte dann ein wenig das Chaos. Es gab nur zwei Toilette und da auch viele lediglich mit Zelt anreisten, war das Gedränge groß.



Große historische Fest in Marienburg

Das Jahr 1410 ist für die Burg ein bedeutendes Datum, denn das polnisch-litauisches Heer von König Władysław Jagiełło ließ die Festung nach dem Marsch von Tannenberg (Grundwald) belagern. Es war eine der größten Schlachten im Mittelalter. Jedes Jahr am vierten Juliwochenende wird an diese Belagerung mit einem großen mittelalterliches Fest erinnert. An drei Tagen von Freitag-Sonntag werden mehrere Inszenierungen der damaligen Schlacht um die Ordensburg nachgestellt: Armbrust- und Bogenschützenturniere, Ritter- und Kavalleriegefechte, aber auch Buhurte und Artillerievorführungen.



Die Falknerei wird ebenso auf dem Festgelände mit echten Falken gezeigt. Dazu kommt ein mittelalterlicher Jahrmarkt mit künstlerischem Handwerk. Auch an die Kleinsten wird mit besonderen Attraktionen gedacht. Natürlich dürfen spezielle Biere und spezielle Speisen nicht fehlen. Viele Darsteller und Einheimische, die sich mittelalterlich Kleiden sind auf dem Fest zu sehen.


Abstecher in die Vergangenheit
Mit dem Fahrrad fuhren wir von Marienburg in das ca. 7km entfernte Lasowice Wielkie, das früher Groß Lesewitz hieß. Wir wollten den dortigen Friedhof besuchen, um zu erforschen ob es noch deutsche Bevölkerung im Ort im ehemaligen Ostpreußen gibt. In diesem Ort in Ostpreußen lebten bis zur Vertreibung Deutsche.
Nahezu eben folgten wir den Feldwegen. Viele Ackerbau war in diesem Gebiet zu sehen. Auch eine Massentierhaltungsanlage entdeckten wir. Schnell hatten wir im Ort die Kirche mit anliegendem Friedhof gefunden.

Tatsächlich konnten wir auf dem einen und anderen Grabstein deutsche Namen entdecken. Da diese gepflegt wurden, vermuten wir, dass noch ein paar ehemalige Deutsche hier leben.


