Königsstadt Fès

Fès ist mit einer Million Einwohner die drittgrößte Stadt und die größte Königstadt in Marokko, sowie UNESCO Kulturerbe. Die Stadt gilt darüber hinaus als spirituelle und kulturelle Hauptstadt Marokkos. Bei einer Reise nach Marokko sollte diese Stadt nicht fehlen.
Kommt man via der N6 in die Innenstadt, fährt man am Königspalast vorbei. Oben auf dem Berg, gegenüber der Altstadt kann die Burg des Südens erblickt werden. Es war Ramadan und der Muezzin sang jeweils nach einem lauten Donnerknall bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang.

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Der Königpalast
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Borj Sud
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Altstadt gegenüber dem Parkplatz
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Dschiaf Stadttor

Altstadt von Fès

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Fès

In die Altstadt, die rund um einen steileren Berg liegt, gelangt man über mehrere Tore und Wege. Innerhalb der Medina ist ein riesiger Soak(Markt) angesiedelt. Dieser erstreckt sich von unten an der Straße bis ganz oben. Die Lebensmittel sind eher unten in der Soak zu finden. In dieser Soak tummeln sich auch viele Touristen, die häufig auch aus anderen afrikanischen Ländern stammen. Die Waren in den einzelnen Gassen sind in Warengruppen angeordnet. So gibt es Gassen die nur Handybedarf und Andere, die nur Stoffe anbieten. Auf der anderen Seite, im Armenviertel, ist eine andere kleiner Soak angesiedelt. Hier finden sich nur wenige Touristen ein.

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Bab Jdid
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Tor zur Altstadt
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Stadtmauer
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Handybedarf
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Kleiner Gewürzverkäufer
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Fleischer
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Fischverkäufer
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Geschlossen wegen Ramadan
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Soak im Armenviertel
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Viele Afrikaner auf dem Markt
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Gasse der Stoffe
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Platz im Armenviertel
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Etwas breitere Gasse
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Sehr schmale Gasse
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Sehr niedrige Gasse

Fès war ein Ort der Gelehrten, sowie des Lernens und beherbergte viele Philosophen aus aller Welt. Die weltweit älteste Universität, die heute eine Moschee ist, war hier angesiedelt. Sie war im 14. Jahrhundert weltberühmt.
Leider dürfen Nichtmuslime in die Moschee nicht eintreten. Lediglich Fotos von außen waren erlaubt.
Gleich daneben, schnell zu übersehen, ist die älteste Koranschule aus dem 14. Jahrhundert „Medersa Attarine“, die besichtigt werden konnte. Unten sind 2 große Räume und eine Toilettenanlage.
In der oberen Etage befinden sich viele kleinen Zimmer mit einem kleinen Fenster. Interessant war, dass die Türen nur von außen geschlossen werden konnten. Auf Grund von Schülerrückgang in den Koranschulen gibt es nur noch wenige solcher Schulen in der Stadt. Marokko hat eine Schulpflicht von 6-15 Jahren, was wohl mit ein Grund für den Rückgang ist.

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Eingang Koranschule
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Haupteingang
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mit goldenem Tor
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Seiteneingang
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An diesem Platz üben die Kupferschmiede nach alter Tradition ihren Beruf aus. Sie waren ein wichtiger Grundpfeiler für die Entwicklung von Fès. Nach wie vor hämmern und polieren sie Töpfe, Pfannen, Teekannen und weitere Gegenstände des Alltags aus Kupfer und Messing.

Kupferschmied und Polierer

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Kupferschmied beim Hämmern
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Chouara Gerberei

In der Stadt gibt es mehrere Gerbereien der alter Tradition. Wir besuchten die Chouara-Gerberei. Diese liegt in der Medina nur einige hundert Meter von der Koranschule entfernt.
Eine Besichtigung darf beim Besuch der Stadt nicht fehlen. Ein Mitarbeiter zeigte uns die Gerberei. Auf Grund des Gestanks bekamen wir Minzblätter für die Nase.
Im Zentrum der Anlage befinden sich die weißen und farbigen Becken.

In den angrenzenden Häuser findet in den Untergeschossen die Enthaarung und das Walken der Ziegen- und Schaffelle statt. Diese liegen zuvor wochenlang in der Kalklauge zum entfetten. In größeren Becken werden die Felle entwässert, bevor diese zur Färbung des Leders in die farbigen Becken gebracht werden.
In den oberen Geschossen sind die Verkaufsräume untergebracht. Natürlich wurden wir auch in ein solches Geschäft gelockt.

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Kalklauge
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Enthaarung
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Entwässerung der Felle
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Salzlager für Entwässerung
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Farbtöpfe
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Nicht ganz ungefährlich
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Eine weitere Besonderheit ist das Judenviertel das im Islam als Mellah bezeichnet wird. In Fès siedelten im Jahre 1438 Juden an, die aus Andalusien vertrieben wurden. Diese Mellah in Fès ist damit die Älteste. Bis nach dem 2. Weltkrieg lebten hier über 20.000 Juden, heute sind es nur noch etwa 200, die meist nicht in diesem Viertel wohnen. Die Juden sind vor dem Gesetz den Muslimen komplett gleichgestellt und es soll keine Probleme zwischen den Religionen geben.
Schreitet man durch das Viertel, ist die Geschäftsstraße das Prunkstück und steht anderen Vierteln in nichts nach.

In den Seitengassen merkt man, wie heruntergekommen dieses Viertel mittlerweile ist. Die Juden verließen Fès und die reichen Fèser zogen nicht in dieses Viertel ein. So eroberten hauptsächlich die Armen dieses Viertel.

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Synagogue Al Fassiyine
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Geschäftsstraße
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Wunderbar präsentiert
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Jüdisches Museum

Das Viertel hat viele enge Gassen. Die Häuser müssen gelegentlich gestützt werden, damit diese nicht einstürzen.

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Holzbalkone an großen Häusern
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Die marokkanisch Bauweise schirmt ihr Privatleben mit hohen Mauern von der Außenwelt ab. Die jüdischen Häuser haben eine offene Bauweise und besitzen einen Holzbalkon und sind damit leicht als solche erkennbar.

Der große jüdische Friedhof wird gepflegt und ist in Benutzung. Man kann durch einen Durchgang, indem sich Wohnungen befinden zum Eingang gelangen.

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Durchgang am Friedhof
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Tor zum Friedhof
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Friedhof

Ein großer Sohn der Stadt ist David Cohen, der Fez verließ. An seinem Anwesen ist ein Gedenktafel angebracht. Sein Haus ist dem Verfall preisgegeben.

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Im Anwesen
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Der Garten
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Der große Platz verfällt

Infobox: Übernachtungsmöglichkeiten auf neuem Parkplatz unterhalb der Burg für 40DH incl. Toilette und Entsorgung.
Strecke: Fes – 65 km, sonnig 18 Grad, in der Sonne weit wärmer

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