Wassermassen in Saklikent
Die Saklikent Schlucht ist ein Naturwunder in der Nähe von Fethiye. Mit ca. 18 km und einer Tiefe bis 300 m gilt die Schlucht als eine der längsten und tiefsten Schluchten in der Türkei, ja sogar Europa. Die Schlucht wird im Frühjahr wegen Sturzflutgefahr als gefährlich eingestuft. In den letzten Tagen hat es außerdem viel geregnet. Das waren keine guten Voraussetzungen für eine Besichtigung. Sollten wir daher überhaupt nach Saklikent fahren? Zur geplanten Route war es grundsätzlich kein größerer Umweg.
Wir beschossen, dass wir die Schlucht zumindest von außen anschauen. Noch guter Dinge auf dem Weg vom Salda-See nach Saklikent kamen wir an mehreren Marmorabbaugebieten vorbei. Wir sahen eine tolle Natur mit immer noch schneebedeckten Bergen. Bei der Parkplatzsuche in Saklikent sahen wir viel Gastronomie rund um den Canyon. Allesamt boten sie zum Entspannen und Verweilen um einen größeren Pool Doppelliegen an.
Ein reißender Fluß
Alle Betriebe waren geschlossen, was nichts Gutes verhieß. Was wir dann am Canyon-Eingang sahen, machte uns sprachlos. Ein Restaurant an der Schlucht war überflutet. Der Eingang zur Schlucht sowieso gesperrt. Wir sahen ein wahnsinniges Naturschauspiel, denn aus der Schlucht schoss mit lautem Getöse ein reißender Fluß mit irrsinnigen Wassermassen. Da wir nicht weiterfahren wollten, suchten und fanden wir einen Platz am Flußufer ca. 2km weiter.
An dieser Stelle hatte der Fluß bereits eine stolze Breite erreicht. Unaufhörlich flossen die Wassermassen an uns vorbei. Nur eine kleine Kieselbank konnten wir erblicken.
Der Wasserstand war niedriger
Am anderen Morgen bei strahlendem Sonnenschein, war das Wasser im Flußbett deutlich weniger. Viel mehr Kieselinseln waren zu sehen. Obwohl wir dachten der Canyon wäre weiterhin gesperrt, gingen wir zurück. In der Schlucht floss immer noch in reißender Manier das Wasser, wenn auch deutlich niedriger. Ein Einheimischer sah keine Gefahr die mittlerweile geöffnete Schlucht zu besichtigen. Es durften nur die ersten 200 m begangen werden. Im Sommer, wenn nur ein Rinnsal fließt, kann merklich tiefer in die Schlucht gegangen werden.
Nur 200 m in die Schlucht
Etwa 200 m ist die Gesamtlänge der montierten Stege an den Felswänden. Mit Helm betraten wir die Schlucht. Unter uns das reißende Wasser und um uns steile hohe Felswände. Schließlich erreichten wir einen breiteren Bereich mit einem Imbiß, der gerade von einem Mitarbeiter hergerichtet wurde. Man sah, dass das Wasser an dieser Stelle wütete. Beeindruckend zu sehen wie an mehreren Stellen das glasklare Wasser aus dem Berg schoß. In der Schlucht konnte man noch etwa 100 m weitersehen, dann ging es um die Kurve. Hier kamen hohe verschlammte Wassermengen um die Ecke.
Weiter in die Schlucht unmöglich
Ein weitergehen durch den Fluß wäre auch mit Guide bei diesen reißenden Wassermassen unmöglich gewesen, man hätte es kaum überlebt. Das Naturschauspiel war phänomenal anzuschauen und wir werden es nicht vergessen.
Infobox: Eintritt: 170 TL incl. Helm. Parkplätze teilweise kostenlos. Übernachten in Saklikent meist nur auf kostenpflichtigen Plätzen. Problemloses Freistehen dem Fluß folgend neben der Straße mit wenig Verkehr.
Strecke: Saklikent– 170 km, 11 Grad regnerisch



















