Pergamon in Bergama

Pause in Alibey Adasi

Wir überlegten, sollten wir nach Bergama fahren, oder gar Bergama ganz auslassen. Um etwas Abstand nach Assos zu bekommen, sind wir nach Ayvalik gefahren. Ayvalik ist eine hübsche kleine Stadt in schöner Lage. Via 2 Brücken ging es auf die Insel Alibey Adasi auf der wir weit nach Norden fuhren. Das letzte größere Stück führte über eine Sandstraße in ein Schutzgebiet. Leider war der Platz zum Übernachten gesperrt. Die Örtlichkeit gefiel uns nicht besonders, so wollten wir keine Alternative suchen und es ging zurück nach Namik Kemal wo wir die Nacht blieben.

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Eine kleine Insel mit Burg
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Zu wenig Wasser unterm Kiel
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Hafen, Brücke im Hintergrund
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Sandstraße durch das Schutzgebiet

Wir benötigten Wasser

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Gutes Wasser in den Bergen

Nach dem Frühstück entschlossen wir uns nach Bergama zu fahren, um das dortige antike Pergamon anzuschauen. Im Pergamon Museum in Berlin steht der Altar, der aus dem antiken Pergamon im heutige Bergama stammt. Es war naheliegend auch den Fundort von diesem imposanten Altar zu besichtigen.
Wir wählten die nördliche Anfahrt durch die Berge, da wir das gute Bergwasser in unser Wohnmobil tanken wollten. Unzählige Brunnen standen an dieser Strecke zur Verfügung. Die Fahrt auf einer guten Straße mit einer schönen Landschaft war kurzweilig.

Wie kommen wir nach Pergamon?

In Bergama angekommen, führte uns das Navi in die Irre. Keine vorgeschlagene Route brachte uns auf den Berg. So fuhren wir zur Seilbahn. Vor der Seilbahn ging eine äußerst steile und schmale Straße auf dem Berg. Leider mit Warnschildern davor, dass hier Absturzgefahr drohe und oben wenige Parkplätze wären. Was tun? Die Kosten für diese Besichtigung schossen nun schnell nach oben (siehe Infobox). Alles zu teuer für uns. Wir parkten am Straßenrand und gingen zu Fuß die 3km auf der Straße zum Areal.

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Talstation Seilbahn
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Schmale steile Straße

Wir sahen, dass der kritische Straßenabschnitt nur kurz war und unser Kasten keine Probleme gehabt hätte, denn die Straße danach war völlig normal. Dennoch im Nachhinein war unsere Lösung die Beste. Auf dem Plateau befinden sich die wichtigsten Gebäude, doch große Teile von Pergamon wurden am Berg bis fast auf Höhe der Talstation gebaut. Mit Auto oder Seilbahn macht es nur Sinn, wenn alleine der obere Teil besichtigt werden soll. Ansonsten müsste man den Weg wieder nach oben gehen, um das Auto zu holen, auf dem Areal sehr beschwerlich.

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Kizil Avul/Rote Halle
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Stausee hinter dem Berg
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Ausblick auf Bergama

Pergamon riesige Stadt am Berg

Pergamon war im 3.-2. Jh. v.Chr. Hauptstadt. Es wird vermutet, dass die Stadt wesentlich älter ist. Im Jahre 129 v.Chr viel die Stadt an Rom. Kaiser Trajan (98-117 n.Chr. baute die Stadt komplett um. Sein Nachfolger Hadrain (117-138 n.Chr) vergrößerte Pergamon und vollendete es. Am Eingang ist ein Modell des oberen Teils der Stadt zu sehen. Die Stadt erstreckte sich vom Plateau den Berg hinunter bis fast nach Bergama. Selbst in Bergama sind antike Gebäude zu sehen. Oben auf dem Plateau stand einst der Tempel der Göttin Athene. Er sollte den hellenische Gotteskult um die Herrscher untermauern.

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Modell von Pergamon
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Tempel der Athene
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Diente dem Gotteskult
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Stand an herausragender Lage

Pergamentpapier stammt aus Pergamon

Auf dem Plateau ebenfalls angesiedelt waren die Königsgemächer hinter dem Athene Tempel, der Trainaus Tempel und eine große Bibliothek. Die Bibliothek umfasste ca. 200.000 Rollen. Wegen dem Umfang wurden viele Rollen in einem anderen Gebäude gelagert. Pergamon reklamiert die Erfindung des Pergamentpapiers für sich. Antonius soll der Überlieferung nach diese Rollen Cleopatra geschenkt haben, als in Alexandria die Bibliothek durch einen Brand beschädigt wurde.

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Schaubild mit Tempel, Königsgemächer und Theater
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Reste der Bibliothek

Die Baufläche wurde für Trainaus vergrößert

Um die Fläche an der Oberseite zu vergrößern, wurde bisher ein Berg teilweise abgegraben und mit Stützen untermauert. Die Fläche war durch diese Technik beschränkt. Die Römer machten sich davon unabhängig. Sie bauten statt Stützen parallele Tragmauern, die sie mit Tonnengewölben überdeckten, dabei wurde sogar Material gespart. Die Begrenzung ergab sich alleine aus der Mauerhöhe, die in diesem Fall 23m war. Das Material war eine Art Beton mit dem Namen Opus caementicium. So wurde die Fläche für den Trainaus Tempel vergrößert. Schreitet man durch diesen Teil ist man sprachlos, wie weit die Baukunst zu dieser Zeit gewesen ist.

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Parallel angeordnete Pfeiler
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Dazwischen jeweils ein Gewölbe

Amphitheater und ein Tempel

Dem Berg vorgelagert konnten wir ein sehr steiles Amphitheater sehen. Es bot 10.000 Besuchern Platz. Der Eingang auf die Ränge erfolgte meist von unten. Oben war zusätzlich ein kleiner Eingang vorhanden. Die Bühne, war eine Holzkonstruktion. Die Pfeiler wurde in vorgesehene Löcher gestellt. Grund war der nebenan stehende Dionysos Tempel. Damit die Sicht darauf frei blieb, wurde die Bühne nach den Vorführungen wieder abgebaut.

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Anphitheater
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Oberer Zugang ins Theater
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Dionysos Tempel
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Zugang erfolgte von unten
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Öffnungen für Bühnenpfeiler
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Dionysos Tempel

Der Zeus Tempel

Der Route folgend erblickt man zwischen Plateau und Dionysos Tempel, den Zeus Tempel. Von diesem Tempel stammt der Alter der im Pergamon Museum in Berlin steht.
Ganz in der Nähe, war einmal eine lange und große Agora, die das Zentrum für gesellschaftliche Zusammenkünfte bildete. Hier wurde politisiert und Handel getrieben. Leider ist sowohl von Tempel als auch von der Agora nicht mehr viel zu sehen.

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Zeus Tempel – großer Altar

Das größte Gymnasion

Schreitet man weiter nach unten wird das Gymnasion erreicht. Dieses ist das größte bekannte Gymnasion der hellenischen Welt. Es diente der körperlichen und geistigen Ertüchtigung von Jungen. Es wurde während der Regierungszeit Eumenes II. im 2.Jh v.Chr. errichtet. Oberhalb sind die Reste eines Hera Tempels zu sehen.

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Gymnasion
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Hera Tempel

Ganz unten die Schutzmauern

Weiter den Berg hinunter wurden die Wohnungen der Einwohner angesiedelt. Es folgte eine große Schutzmauer mit Einlasstoren. Die Besichtigungstour endet an dieser Stelle in Höhe der Talstation der Seilbahn nach ca. 3,5h. Ein Ausgang ist hier vorhanden. Es ist von hier ein kurzer Weg zur Seilbahn oder Bergama.

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Wohnungen
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Schutzmauer mit Wehrturm
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Eingangstor

Bergama entdecken

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Die „Rote Halle“ mit 2 Türmen

Im alten Bergama befindet sich ein sehr großes Bauwerk, die sogenannte Roten Halle, die kaum zu übersehen ist. Diese wird auch Tempel der ägyptischen Götter genannt. Kein Wunder steht auf der Straße abgewandten Seite eine große Statue der Göttin Isis. Es gehören 2 Türme zu dem Bauwerk.
Merkwürdigerweise wird in einer Straße ein Bauwerk als „Eingangsfront rote Halle bezeichnet“. Ob dies zu dem anderen Bauwerk gehört, oder nur deren Namen trägt, können wir leider nicht sagen.

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Rückseite rote Halle
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Isis Statue
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Eingangsfront

Nicht nur Antikes

Ein Besuch der Altstadt Bergama ist ein Erlebnis, besonders in den stimmungsvollen Abendstunden. Viele kleine Händler sind in den Gassen zu entdecken. Bei einem Bäcker erwarben wir ein Brot, da dieser verschiedene Brotsorten anbot, eine Seltenheit in der Türkei. Gleich gegenüber verkauft Salepcioğlu Helvaları die weitverbreitete Süßspezialität Halva aus eigener Herstellung. Hier erwarben wir ein paar verschiedene Sorten.

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Bäckerei
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Salepcioğlu Helvaları

Infobox: Seilbahn hin/zurück=20€ p.P. Parkplatz an Seilbahn oder vor Burg=15€. Taxi pro Weg= 8€. Eintritt=15€ p.P. Fährt man an der Seilbahn und dem kostenpflichtigen Parkplatz vorbei, geht dahinter eine normale Straße auf den Berg. Es ist lediglich eine 180Grad Kurve zu meistern. Wir empfehlen nicht mit dem Auto nach oben zu fahren. Parkplätze vor der Burg sind begrenzt. Entweder man geht zu Fuß oder nimmt ein Taxi. Eine Besichtigungsroute geht vom Plateau bis hinunter zum Gymnasion, hier ist ein Ausgang. In Bergama neben der Basilika ist ein großer kostenloser Parkplatz, übernachten erlaubt. Die Stadt Bergama besitzt eine hübsche Altstadt.
Strecke: Pergamon– 145 km + 100 km, 14 Grad, bewölkt und sonnig

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