Traumhaftes Assos
Wir fuhren am Vortag nach Assos, so mußten wir nicht erst am Morgen anreisen und waren so früh auf dem Areal. Nur wenige Autos und ein Omnibus standen zu dieser Tageszeit auf dem Parkplatz. Zunächst ging es per pedes ein paar 100m steil hinauf zum Eingangstor des Tempels. Wir passierten auf den engen Gassen einige Bars und Souvenirläden. Der Tempel der Athene thront auf 234m auf einem Plateau. Unterhalb vom Berg befand sich damals die Siedlung und ganz unten am Meer der Hafen. Am Tempel angekommen, waren nur wenige Besucher zu sehen.
Der schönste Standort
Trotz einem kalten Wind auf dem Tempel kamen wir bei unserem Rundblick aus dem Staunen nicht heraus, so wunderschön war der Ausblick auf Küste, Meer und auf das gegenüberliegende Lesbos. Der Standort dieses Tempels ist der schönste den wir je gesehen haben. Es sollte nicht der einzige Standort bleiben. Kein Wunder, dass die Säulen ein beliebtes Selfie Objekt sind.
Seit dem 6. Jh v.Chr. diente der Tempel als Heiligtum und Assos insgesamt als Zufluchtsort bei Angriffen. Der Tempel wurde für die Schutzgöttin Athene errichtet. Die Byzantiner gestalteten später das Areal in eine Festung um, indem sie 5 Türme zur Verteidigung bauten. In Assos sind bekannte Persönlichkeiten gewesen: Hermias, der ein Schüler von Plato war und später Aristoteles nach Assos lockte und Kleanthes, der ebenfalls Philosoph war, sowie berühmte Athleten. Apostel Paulus fand den Weg hierher um zu predigen und mancher Herrscher besuchte die Stadt.
Die Agora
Unterhalb des Tempels war eine weitläufige Siedlung zu sehen. Die Agora war ein langgezogener Markplatz und politischer Treffpunkt. Ebenfalls bei der Agora befand sich das Haus für politische Versammlungen. Zu Beginn von diesem Komplex stehen noch die Reste eines Gymnasion. In der Nähe ist zudem ein Hamam zu sehen. Die Agora war demnach der Bereich für die gesellschaftlichen Zusammenkünfte.
Das fantastische Amphitheater
Weiter unten steht ein gut erhaltenes Amphitheater, das 5000 Plätzen für Besucher bot. Wir setzten uns oben in der Mitte hin und blickten auf die Bühne hinunter. Es breitete sich ein fantastisches Glücksgefühl in uns aus. Einen schöneren Ort für ein Theater kennen wir nicht. Wie mag der Eindruck auf die Darbietungen gewesen sein, wenn dahinter Meer und die Insel Lesbos als große Naturkulisse zu sehen waren? Es muss grandios gewesen sein.
Das Fundament einer Kirche
In der Nähe und etwa auf gleicher Höhe vom Amphitheater stehen die Fundamente einer Kirche. Auch diese Kirche hatte einen tollen Standort erhalten. Auffällig ist, dass die Kirchen bis in die Neuzeit denselben Grundriß bekamen. Im weiteren Rundgang sind Ausgrabungen von Wohn- und Gästehäusern zu bestaunen.
Eingangstor und Friedhof
Am imposanten Eingangstor befand sich der Friedhof, der ein größeres Gebiet einnahm. Interessanterweise war der Standort vor dem Tor. Betrachtet man das genau, eigentlich logisch, belegten die Gräber somit nicht wertvollen Raum innerhalb der Mauern.
Festgefahren im Sand
Für die Besichtigung von Assos sind ca. 3-4 Stunden einzuplanen. Es sollte gutes Schuhwerk angezogen werden. Vor der Besichtigung und danach konnten wir am Meer auf einen verlassenen Parkplatz übernachten. Letztlich hatte es uns auch erwischt und wir haben uns im Sand festgefahren. Gut dass wir Spaten und Sandbleche bei hatten, so konnten wir uns relativ schnell wieder befreien.
Infobox: Eintritt Assos 11.-€. Camping- und Parkplatz rechts an der Aristoteles Statue. Links hoch an der Statue kostenloses Parken oder entlang der Straße. Übernachtungsmöglichkeiten ca. 5km weiter, unten am Strand. Außerhalb der Saison kostenlos, ansonsten 8-10.-€. Oder Campingplatz. Die Reisenden im Omnibus besuchen lediglich den Tempel.
Strecke: Assos – 5 km, 9 Grad, bewölkt, später sonnig

























Na ihr zwei jetzt hat’s euch auch mal erwischt beim Festfahren. Dachte schon es passiert nur uns. Euch noch eine gute Weiterfahrt.