Fazit der Türkei-Tour

Vielfältige Türkei

Eine ereignisreiche und vielfältige Tour hauptsächlich durch die Türkei hatten wir in den letzten Wochen erlebt.

Interessant an der Türkei ist deren Vielfältigkeit. Es können antike Stätten wie Ephesos oder Aphrodisias besichtigt werden, oder erlebt pure Natur im hohen Taurusgebirge und der armenischen Hochebene. Nicht zu vergessen das märchenhafte Kappadokien. Auch manche Stadt wie Erzurum und Dyarbakir sind jeden Aufenthalt wert. Genauso schön ist es an der Mittelmeerküste mit Orten wie Cesme oder das Naturphänomen Chimaera. Kaum ein anderes Land in Europa und Vorderasien kann diese Vielfalt bieten. Dazu kommt eine vielfältige Bevölkerung, die gastfreundlich und herzlich ist.

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Kappadokien Love Valley

Reiseroute

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Gesamtstrecke
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Teil1: Vordere Türkei
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Teil 2: Hintere Türkei

Geänderte Rückfahrroute

Normalerweise würden wir ab Canakkale über Bulgarien und Serbien nach Deutschland fahren. Um in Biograd in Kroatien am Meer die Reise ausklingen zu lassen, änderten wir die Route und fuhren via Griechenland und Albanien nach Kroatien.

Wichtig auf der Reise, das Internet

Für unseren Router ist eine eSIM nicht möglich. Gleich nach der Grenze in Ipsala erwarben wir eine SIM von Vodafone. Mit Türkcell hatten wir vor 2 Jahren gute Erfahrung gemacht, die wollten uns aber keine SIM verkaufen. Vodafone funktionierte genauso gut. Interessant sind allerdings die Preisunterschiede. An der Grenze bezahlten wir für 50 GB stolze 60.-€. Die Verlängerung um 1 Monat kostete in Side 32.-€ für 65 GB und in Darende 15.-€ für 40 GB. Wir wußten aus Erfahrung vor 2 Jahren heraus, dass direkt nach der Grenze das Internet äußerst teuer ist.

Nicht ganz unwichtig, Friseur und Restaurant

Ein Besuch eines Berber Shop sollte man sich in der Türkei nicht entgehen lassen. Neben einem günstigen Preis, ist ein guter Haarschnitt mit ganz anderen Schneidetechnik garantiert.
Auch ein türkisches Frühstück sollte wenigstens einmal eingeplant werden. Was an verschiedenen Speisen aufgetragen wird, ist kaum zu überbieten. In den Restaurants konnten wir immer sehr gut Essen, selbst die Raststätten auf den großen Straßen boten eine gute Auswahl. Gelegentlich kauften wir in einem „Büfe“ Laden preiswerte Speisen zum Mitnehmen.

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Haarschnitt in der Türkei
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Hohe Qualität an den Raststätten
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Reichhaltiges Frühstück in Dyarbakir

Wo kann man in der Türkei stehen

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Grandiose Plätze zum Übernachten, wie hier in Göreme

Keine Probleme hatten wir bei der jeweiligen Suche nach einem kostenlosen Übernachtungsplatz. Manche Plätze waren stark vermüllt, manche hatten kaum Müll. Selbst sollte man das Müllproblem natürlich nicht verstärken. Bei der Platzwahl ist besonders wichtig, dass dieser nicht in einem Naturschutzgebiet liegt, das kann in der Türkei teuer werden. Außerhalb der Saison ist es möglich an sonst verbotenen Plätzen zu stehen. Während der ganzen Zeit haben wir, ausgenommen Göreme und Mittelmeerküste, keine 5 ausländische Camper getroffen. Meistens standen wir in der Nacht alleine an einem Platz.

Gas, Diesel und Wasser tanken

Füllen der Gastankflasche an LPG Tankstellen ist in der Türkei kein Problem. Dafür ist ein sogenannter Dish Adapter notwendig. Bei Motorin (Diesel) gibt es die Markentankstellen und Billigheimer. Wir hatten den Eindruck, dass die billigen Marken besonders viel Rußen.
Frischwasser gibt es an den vielen Brunnen am Straßenrand. Manche Brunnen haben einen Hahn und bei manchen fließt das Wasser dauerhaft, heißt es kann evtl. Schlauch und Wasserdieb benutzt werden, oder es wird ein Kanister benötigt. In den Bergen ist die Qualität optimal, während in Städten das Wasser in den Leitungen evtl. chloriert sein kann. Leider fanden wir in den Supermärkten nur stilles Wasser.

Lebensmittel und Alkohol

Die Türkei produziert fast alle Lebensmittel selber. Vieles kann nach der jeweiligen Ernte am Straßenrand bei den vielen Verkaufsständen erworben werden. Besonders lecker sind Bananen, Orangen, Melonen, Aprikosen, Paprika, Auberginen und Kartoffeln.

Hervorragend schmecken Eier, die es lose in den kleinen türkischen Märkten gibt. Fleischprodukte können bedenkenlos gekauft werden. Schweinefleisch haben wir nirgends entdeckt und die vorhandenen Wurstwaren wollten wir nicht. Als Supermärkte finden wir BIM und A101 sehr gut. Alkohol gibt es bei Carrfour, Migros und den Tekel Läden. Der Cay ist ein türkischer Tee und Nationalgetränk, den man überall angeboten bekommt. Wir wurden sogar u.a. beim Tanken dazu eingeladen. Lecker sind allerlei Nüsse und Nussmischungen. Auch der türkische Reis mit kleinen Nudeln, für uns eine Delikatesse.

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Tekel Laden mit alkoholischen Getränken

Mit Fahrzeug ein paar Probleme

Mit ernsthaften Problemen am Fahrzeug wurden wir nahezu verschont. Wir hatten einmal in Göreme einen platten Reifen. Dieser hat eine sogenannte Oto Lastik Werkstatt in Göreme schnell behoben. Ein weiteres Problem hatten wir mit dem Motorenöl. Uns wurde empfohlen in eine FIAT Werkstatt und nicht in eine der vielen Werkstätten zu gehen. Wir bekamen u.a. neues Öl und Filter von FIAT. Das größte Problem war bei FIAT einen ausländischen Kunden im Computer anzulegen. Dies war wegen Rechnung und Dokumentation wichtig.

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Oto Lastik Reifenreparatur

Sicherheit

Zu jeder Zeit fühlten wir uns bei dieser Tour sicher. Wir stellten uns an Stellen hin, wo wir in Deutschland aus Sicherheitsgründen nicht stehen würden. Oft gab es Straßenkontrollen durch die „Traffic Police“ oder der Jandarma. Wurden wir nicht gleich durchgewunken, sprang ein nettes Gespräch mit den Beamten heraus, die immer sehr freundlich und zuvorkommend waren. Genauso hatten wir keine Probleme bei Ein- und Ausreise. Es gab Reisewarnungen für die Regionen Hakkari und Van. Dies war aus unserer Sicht ein schlechter Witz des Auswärtigen Amtes. In Hasankeyf sprachen wir mit einem Kurden über Hakkari, den wir vor 2 Jahren bereits kennenlernten und er meinte es sei dort absolut sicher. Auf Grund des anhaltenden Winters in den Bergen, sind wir dennoch nicht in diese Region gefahren.

Mautgebühren

Man muß sich bei den Mautgebühren um nichts kümmern. Man fährt einfach durch die Mautstellen und bekommt bei der Ausreise die Rechnung präsentiert. Witzigerweise mußten wir einen Nachschlag von vor 2 Jahren bezahlen. Anscheinend hatte unser damaliges HGS Guthaben nicht ausgereicht.

Versicherung und Geldmittel

Bei der Autoversicherung sollte vor der Einreise darauf geachtet werden, dass der asiatische Teil der Türkei enthalten ist. Falls nicht, muß die Versicherung vor Reiseantritt erweitert werden. Als Krankenversicherung hatten wir bei ADAC eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.
Wir hatten 400.-€ als TL gewechselt, was die ganze Reise ausreichte. Vieles haben wir mit der Kreditkarte von VISA bezahlt. Hier ist die Türkei moderner als Deutschland.

Es war der richtige Reisezeitpunkt

Am Tag waren die Temperaturen in der Sonne angenehm, dies kam uns bei Wanderungen entgegen. In der Nacht kühlte es in den Höhenlagen stark ab, was das Heizen im Wohnmobiles notwendig machte. Es gab in unserer Reisezeit keine Probleme mit Mücken und der Kastenwagen heizte sich nie unangenehm auf. Gerade auf langen Reisen nicht ganz unerheblich. Die Saison hatte noch nicht begonnen, daher war nicht alles geöffnet, dies hatte für uns keine Einschränkungen zur Folge. Dafür konnten wir überall ohne Probleme stehen. Wunderschön war zu diesem Zeitpunkt die Schneeschmelze in den Bergen, die noch sehr viel Schnee aufwiesen.

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Köyzegiz Pass 2301m

Die Stärken eines Kastens

Gerade in dieser Reisezeit spielt ein Kastenwagen seine volle Stärke aus. Konnte man nicht draußen sitzen, so saßen wir mit offener Seitentür quasi wie auf einer geschützten Veranda. Überall kamen wir gut durch und schnell war ein Parkplatz gefunden. Wir würden den Reisetermin wieder wählen. Vorstellen können wir uns bereits eine dritte Reise in die Türkei.

Das Land verändert sich

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Bungalows vom gleichen Typ

In der Türkei wird sehr viel gebaut. In manchen Städten werden nach wie vor ganze Stadteile hochgezogen. Selbst in den Bergen befanden sich viele Bungalows im Bau. Typisch, alle Häuser, ob Hochhaus oder Bungalow, sahen gleich aus. Laut einem Kurden, sei hier ein Trend zu Eigentum und Ein-Generationen-Haushalt vorhanden. Interessant fanden wir, dass an der Küste viele modern gekleidete Frauen mit blondierten Haaren unterwegs waren. Am Van See sahen wir viele Frauen mit sehr elegantem Hidschab gekleidet.

Stationen einer Rückreise

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Etappe 1: Nähe Fährhafen in Keramoti Fahrweg: 330km
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Etappe 1: Schön an der Fähre nach Tassos
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Etappe 2: Kastoria Uferstraße an der Kirche Fahrweg: 380km
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Etappe 2: Idyllischer See
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Etappe 3: Ohridsee in Albanien
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Etappe 3: Ohrid Fisch: Belushka

Infobox: Einreise nach Griechenland und Albanien problemlos. Nachzahlen der Autobahngebühren aus 2024 in Griechenland
Strecken:
Keramoti…– 330 km, 23 Grad sonnig
Kastoria….– 380 km, 26 Grad sonnig
Ohrid-See.– 160 km, 22 Grad sonnig



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